Freiparken in Hannover

  • Gesetzlich darf man sein Auto nur für eine bestimmte Zeit auf einer Stelle parken. Ich glaube es sind 3 Monate. Danach musst du es umparken. Es reicht aber aus wenn du es nach 3 Monaten 5 Meter weiter vor parkst.

  • Hallo zusammen,


    kann man irgendwo in Hannover über einen längeren Zeitraum sein Auto parken?


    Schon mal Danke!

    Ich antworte da mal ein wenig zynisch, weil ziemlich "angeknabbert" von Leuten, die meinen überall kostenlos ihr Auto abstellen zu können:
    Also "Ironiemodus" bitte an:
    ;) Stell dein Auto doch einfach auf einem der berühmten hannoverschen Auto-Schnellwege ab. Da hast du die besten Chancen, dass dein Auto umgehend auf den Haken genommen wird und auf einem sicheren privaten Parkplatz landet. Um es von dort wieder auszulösen solltest du allerdings hinreichend liquide sein.
    Oder stell dein Auto auf einem Radweg oder Fußweg oder eine Bordsteinabsenkung in einen der dicht besiedelten Stadtteile wie Linden, die Nordstadt oder List. Dort haben die Ordnungsbehörden in der Regel ein weites Herz für Falchparker, weil ja angeblich ein Mangel an Parkraum herrsche.*) Kann zwar sein, dass du dann ein ("preiswertes") Knöllchen bekommst, aber vor Abschleppen bist du nach meiner Beobachtung weitgehend geschützt, wenn du nicht gerade eine Feuerwehrzufahrt blockierst. ;)
    Ironiemodus aus. Nimm das bitte nicht allzu Ernst was ich da geschrieben habe und versuche keinesfalls meine Ratschläge umzusetzen. Es tut mir leid aber zu einer ernsthaften Antwort sehe ich mich nicht in der Lage. :( X(

    Foto: Gehweg-Zuparker in Linden-Mitte


    *) Tatsächlich herrscht dort ein Überschuss an Autobesitzern, die sich das Geld für einen kostenpflichtigen Stellplatz sparen wollen.

  • So langsam hat mein Verständniss für Autofahrer in den letzten Jahren nachgelassen. Ich bin für Geschwindigkeitsbegrenzung auf allen Straßen! Ich bin für Anwohnerparkplätze in ganz Hannover! Ich bin dafür, dass nur Parkplätze bei Einkaufszentren, Behörden und Krankenhäusern für die jeweiligen Besucher kostenfrei sein dürfen. Ich bin dafür, dass mein Arbeitgeber seine Mitarbeiter nur auf dem eigenen Parkplatz parken lässt, wenn alle Mitarbeiter ein Jobticket kaufen. Und nur die Leute mit Jobticket auch ihr Auto dort parken dürfen. Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit und benötige kein Jobticket, müsste dann aber auch eines beziehen, weil die Regelung für alle gilt. Und ich wette, dass dann einige Leute nicht mehr mit dem Auto sondern mit den Öffis fahren. Und für alle würden durch das Jobticket die Fahrkartenpreise günstiger sein.


    Wieso sollen Autobesitzer ihr Auto frei parken dürfen? Autobesitz ist Privatsache und die Unterbringung des Autos auch. Entweder mietet man sich eine Garage oder einen Abstellplatz oder baut sich eine Garage oder hat einen Abstellplatz auf einem Grundstück. Wer das nicht kann oder hat, muss halt für einen öffentlichen Parkplatz bezahlen. In einer Großstadt wie Hannover ist der Platz begrenzt. Da müssen keine kostenlosen Parkplätze für einige wenige Autobesitzer zur Verfügung gestellt werden.


    Ich zitiere:


    "Linden-Limmer hat z. B. "nur" 242 privat genutzte PKWs pro 1.000 Einwohner (siehe Grafik aus der Stadt Hannover-Statistik) Erstaunlich ist, dass sich so viele mit dem Status Quo der zugeparkten Kreuzungen, Lärm, Abgase und fehlendem öffentlichen Raum=weniger Lebensqualität abgefunden haben. DIY-Verkehrskonzept Linden-Mitte: https://hannovercyclechic.wordpress.com/.../diy.../
    - und einzelne Straßen:
    Der www.jamiel-kiez.de (drei klassische Gründerzeitstraßen in Linden-Mitte) hat bei ca. 1.000 Einwohner*innen (siehe unten) 250 kostenlose, straßenbegleitende Parkplätze (abgesehen von Hinterhöfen, Firmenparkplätzen und Tiefgaragen). Das enspricht bei 15m² pro Parkplatz einer Fläche von 3.750 m². Würde dafür ein separater Parkplatz angelegt werden, sind sogar 5.500 m² erforderlich, um jeden Parkplatz auch anfahren zu können. Das ist die Größe eines vom DFB zugelassenen Fußballplatzes. Unglaublich, oder?
    (Es gibt ca. 55 Wohnhäuser mit knapp über 500 Wohneinheiten im #JamielKiez. Bei einer durchschnittlichen Wohnungsbelegung von 2 Personen macht das 1.000 Anwohner*innen.)"

    Ich rieche so gut, weil ich zu 80% aus Orangenhaut bestehe!

  • Ich zitiere einen Artikel aus dem Hamburger Abendblatt vom 24.02.2018 von Jens Meyer-wellmann


    Kein Recht auf Parkplätze

    Immer mehr Autos stellen die Viertel zu – auf Kosten von Geh- und Radwegen


    Das Problem beginnt mit einem Denkfehler. Wer hierzulande einen Pkw besitzt, ist fest von seinem Recht überzeugt, sein sperriges Stahlgefährt jederzeit auf öffentlichem Grund abstellen zu dürfen. In der Regel parkt er seinen Wagen für rund 23 Stunden pro Tag auf der Fläche der Allgemeinheit – in Wohngebieten meist ganz ohne zu bezahlen. Denn Autos werden zwar gelegentlich gefahren, die meiste Zeit aber stehen sie sinnlos herum.


    Was dabei bisher wenig bedacht wird: Kaum etwas ist in Städten wie Hamburg so knapp und kostbar wie Platz. Müssten Autobesitzer eine marktkonforme Grundstückspacht für die zum Parken genutzten zwölf bis 20 Quadratmeter öffentlicher Fläche zahlen, würde das Autofahren in Metropolen schlagartig viel teurer. Weil es einen realistischen Preis bekäme.


    Dass das nicht so ist, zeigt, wie sehr alle Steuerzahler das Autofahren in Metropolen bezuschussen. Und jetzt komme niemand mit der Kfz-Steuer! Die reicht vorne und hinten nicht, um damit neben Straßen- und Brückenbau, Folgekosten von Umwelt- und Gesundheitsschäden auch noch Jahrespacht für 20 Quadratmeter innerstädtischen Boden zu finanzieren. Wie groß die Probleme durch die immer weiter wachsende Zahl regis­trierter Autos in einer immer enger werdenden Stadt sind, zeigt sich beispielhaft in Hoheluft-Ost. Eine Studie zu Zustand und Ausbau der Gehwege kam jetzt zu einer erschreckenden Annahme: In diesem eng bebauten Stadtteil seien wohl längst mehr Autos angemeldet als hineinpassten, so die Gutachter.


    Es sei also gar nicht möglich, dass dort alle Pkw ordnungsgemäß geparkt würden. Folge: Obwohl Autos bereits den mit Abstand meisten Platz aller Verkehrsmittel beanspruchen, blockieren sie immer öfter auch Geh- und Fahrradwege und machen nicht nur Menschen mit Rollator oder Kinderwagen das Leben schwer, sondern behindern auch den Rad- und Fußverkehr.


    Die Studie, die neben Hoheluft-Ost auch Alsterdorf untersucht hat, wirft damit nebenbei eine grundsätzliche Frage auf: Wie wollen wir unsere knappen Verkehrsflächen künftig verteilen? Ist es noch möglich und sinnvoll, einer immer weiter steigenden Zahl von Autos (Park-)Platz in einer räumlich begrenzten Stadt zur Verfügung zu stellen? Ist es unter ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten vertretbar, auch in engen Vierteln Tausende von Quadratmetern als Abstellflächen für Autos zu reservieren, die im Schnitt nur eine Stunde pro Tag von nur einer Person genutzt werden?


    Oder könnten wir die Abertausende von Quadratmetern, auf denen heute unsere Stahlkarossen zwischengelagert werden, auch besser nutzen? Für breitere, barrierefreie Gehwege, lebendige Flaniermeilen – oder mehr Bänke, auf denen sich Nachbarn treffen und ein Schwätzchen halten? Für neue Kinderspielplätze oder kleine Grünanlagen in dicht bebauten Vierteln? Was könnte man nicht alles im Sinne der Anwohner mit den heute zugeparkten Flächen anfangen – wenn die Autos in Quartiersgaragen verschwänden und mehr Innenstädter auf einen Pkw verzichteten!


    Das Auto ist in Städten das denkbar schädlichste Verkehrsmittel. Es kostet die Allgemeinheit viel Geld, ist laut, verpestet die Luft – und braucht Unmengen Platz. Deswegen wird es Zeit, auch die Verteilung und Nutzung städtischer Flächen neu auszuhandeln. Die Politik, die seit Jahren die Luftbelastung ignoriert und die Abgas-Betrügereien geduldet hat, darf sich vor dieser Diskussion nicht länger drücken.


    https://www.abendblatt.de/mein…echt-auf-Parkplaetze.html

    Ich rieche so gut, weil ich zu 80% aus Orangenhaut bestehe!

  • Das alles was in dem Artikel steht ist hinreichend bekannt, aber es traute sich lange Zeit keiner, es laut auszusprechen, oder gar Folgerungen daraus zu ziehen. Zumindest dann nicht, wenn er politisch nicht in die völlige Bedeutungslosigkeit versinken wollte. Selbst die Grünen tun sich schwer damit, solche Forderungen, wie sie in dem Artikel angedeutet werden, offensiv zu vertreten. Zu tief sitzt die (leider allzu berechtigte) Angst im Nacken, als "Spaßbremse" und "Verbotspartei" gebrandmarkt zu werden.
    Jetzt lese ich das Hamburger Abendblatt nicht regelmäßig, aber es würde mich sehr wundern, wenn dort regelmäßig so berichtet wird, wie es in dem dargestellten Beispiel geschieht. Und ich befürchte, dass auch die Redaktion des Hamburger Abendblattes ganz vorne bei der Hexenjagd mit dabei wäre, gegen diejenigen Parteien, die versuchten eine echte Mobilitätswende herbeizuführen.