BGH urteilt: Werbeblocker bleiben erlaubt

  • Mit dem Axel-Springer-Verlag hat ein Medien-Konzern vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen die Firma hinter dem beliebten Werbeblocker "AdBlock Plus" geklagt und verloren. Somit bleiben die Adblocker weiterhin erlaubt. Ein Ende des Rechtsstreits ist aber nicht in Sicht.


    Das Medienunternehmen Axel Springer ist mit seiner Klage gegen Werbeblocker vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gescheitert. Das berichtet die Tagesschau nach der Urteilsverkündung vom BGH. Der Axel-Springer-Verlag wirft der Kölner Firma Eyeo unlautere Geschäftspraktiken vor und hatte das Unternehmen dementsprechend verklagt. Die Firma Eyeo steht unter anderem hinter dem Werbeblocker "AdBlock Plus".

    Cornelis Lehment, der Anwalt von Springer, hält der Tagesschau zufolge das Blockieren von Werbung im Internet für geschäftsschädigend. Denn ohne Werbung könnten die Verlage ihre Internetangebote nicht finanzieren. Weiterhin sei die Finanzierung mit Anzeigen "die grundlegende Bedingung dafür, dass sich so viele Menschen umsonst im Internet informieren können". Auch die Pressefreiheit sei durch Werbeblocker in Gefahr.


    Axel-Springer-Verlag will sich nicht mit Entscheidung zufriedengeben


    Die Firma Eyeo hingegen verweist laut Tagesschau auf Alternativen, wie digitale Abonnements oder kostenloses eingeschränktes Lesen. In dem Fall müssten Nutzer für das Weiterlesen von Artikeln Geld zahlen. Auch das Hinweisen, dass die Verlage auf die Einnahmen durch Werbung angewiesen seien und die Nutzer bitten, für ihre Seite den Adblocker auszuschalten, sei eine Möglichkeit. Das BGH folgt der Argumentation von Eyeo.



    Weiterhin wurde auch gegen das Geschäftsmodell der Firma Eyeo geklagt. Diese ermöglicht es Firmen, Webseiten und Verlagen einen Geldbetrag zu zahlen, damit ihre Werbung vom Adblocker nicht blockiert wird. Doch auch dieses wurde vom BGH gebilligt. Der Axel-Springer-Verlag, dem unter anderem Angebote wie Bild.de, Welt.de, Gründerszene.de oder Rolling Stone gehören, möchte gegen die Entscheidung des BGH Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einlegen. Somit ist der Rechtsstreit nach dem Urteil noch nicht beendet.


    https://www.netzwelt.de/news/1…cker-bleiben-erlaubt.html