Die Fleischpanscher: Wie aus Wasser Wurst wird

  • Warum kostet gute handwerkliche #Wurst eigentlich mehr als industrielle Wurst? Der Food Aktivist Hendrik Haase zeigt mit Frontal21 wie Pulver aus Schlachtblut und Knochenreste in industriellen Wurstwaren zum Einsatz kommt, um schnittfestes Wasser zu verkaufen! #wenigeristmehr, #Essenistpolitisch, #SlowFood, #SlowMeat, #SFYN


    Die Fleischpanscher

    Verfügbarkeit: Video verfügbar bis 20.03.2019, 21:00


    https://www.zdf.de/politik/fro…-fleischpanscher-100.html


    Industriell hergestellte Fleisch- und Wurstwaren können mit Proteinen aus Schlachtabfällen gepanscht, gestreckt und gefärbt werden, ohne dass dies bei Lebensmittelkontrollen auffällt, zeigen Frontal 21-Recherchen.


    Durch den Zusatz bestimmter Proteine kann dem Fleisch oder der Wurst mehr Wasser als üblich zugesetzt werden. Die dann deutlich schwereren Produkte lassen sich teurer verkaufen. Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert das als Verbrauchertäuschung: "Schnittfestes Wasser ist billig und kann natürlich schön untergejubelt werden, ohne dass die Verbraucher das mitbekommen."

    Künast: "Panscherei ist Betrug am Geldbeutel"

    In Deutschland vertreibt die Firma Sonac solche Zusatzstoffe, sogenannte hydrolisierte und funktionelle Proteine. Sonac verweist gegenüber Frontal 21 darauf, dass diese Zusätze dem Lebensmittelrecht entsprechen und Fleischproduzenten für eine korrekte Deklarierung der eingesetzten Zutaten verantwortlich seien. Nach Angaben des staatlichen Max-Rubner-Instituts ist es bei Proteinen aus Blutplasma derzeit nicht möglich, Täuschungen mit undeklariertem Wasser in Fleischerzeugnissen gerichtsfest aufzuklären.

    Die ehemalige Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Bündnis 90/ Die Grünen) fordert die Bundesregierung auf, mehr Geld in die Forschung zu geben, um Betrug in der Fleischindustrie aufzudecken und zu beenden. "Leitungswasser hat definitiv nicht den gleichen Preis wie ein Steak.“ Insofern sei die eklige Panscherei nicht nur ein Betrug am Genuss, „sondern es ist auch Betrug am Geldbeutel.“

    Protein-Zusätze aus Schlachtabfällen

    Frontal 21 hatte für die Recherchen zum Schein eine Fleischfirma gegründet und konnte so an einem Seminar der Firma Sonac teilnehmen. Sonac warb dort für seine Protein-Zusätze aus Schlachtabfällen. Ein Vertreter führte vor, wie mit Hilfe solcher Proteine in Frischfleisch maschinell Wasser einspritzt wird, um so das Verkaufsgewicht zu erhöhen. Zielgruppe der Sonac-Veranstaltung waren Fleisch- und Wurstproduzenten.

    Der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie erklärt gegenüber Frontal 21, ihnen seien "keine Fleischerzeugnisse bekannt, die unter Verwendung von hydrolisierten Proteinen tierischen Ursprungs hergestellt werden."

    von Christian Esser, Hans Koberstein und Birte Meier


    aus: Frontal 21 vom 20. März 2018


    Ich rieche so gut, weil ich zu 80% aus Orangenhaut bestehe!