Ex-Facebook-Präsident warnt vor Facebook & Co.

  • Facebook machte ihn zum Milliardär. Dennoch steht Sean Parker (37) mittlerweile auf Kriegsfuß mit dem Mega-Netzwerk, das ihn reich gemacht hat.
    Der Ex-Präsident von Facebook hat bei einer Veranstaltung in Philadelphia mit drastischen Worten vor den Gefahren des sozialen Netzwerks gewarnt.
    Parker gegenüber der US-Nachrichtenwebsite „Axios“: „Es ändert buchstäblich euren Umgang mit der Gesellschaft und untereinander.“
    Und für diese Entwicklung macht er sich selbst und seine ehemaligen Mitstreiter um Boss Mark Zuckerberg (33) verantwortlich!
    Parker beschrieb die Motivation der Facebook-Gründer so: Am Anfang aller sozialen Netzwerke habe die Frage gestanden, wie man möglichst viel Zeit der Nutzer beanspruchen könne und dabei ihre höchstmögliche Aufmerksamkeit bekomme.
    Durch die Interaktionsmöglichkeiten (Likes, Shares, Kommentare) verpasse Facebook seinen Nutzern regelmäßige Dopamin-Kicks: nämlich dann, wenn ein anderer Nutzer auf Posts reagiere.
    Das wiederum motiviere die Nutzer, ihrerseits mehr Inhalte und Reaktionen zu produzieren. Dieser Mechanismus sei ein Kreislauf, eine Schleife der sozialen Bestätigung. Das sei genau die Art von Dingen, die sich ein Hacker wie er selbst ausdenken würde, „da es eine Schwäche in der menschlichen Psyche ausnutzt“.
    Parker warnt vor allem vor negativen Folgen für Kinder: „Es stört wahrscheinlich auf komische Weise eure Produktivität. Gott allein weiß, was es mit den Gehirnen unserer Kinder macht.“
    Die Erfinder des sozialen Netzwerks – Mark Zuckerberg, Kevin Systrom (Instagram) und er selbst – seien sich der negativen Konsequenzen bewusst gewesen.
    Parker selbstkritisch: „Und wir haben es trotzdem getan.“ Misstrauischen Freunden habe er stets selbstherrlich entgegnet: „Am Ende bekommen wir dich auch“.
    Inzwischen gehört Parker nach eigenen Angaben zu den Facebook-Verweigerern.
    Sean Parker hatte Facebook ab 2004 beraten und 7 Prozent der Anteile am damals noch aufstrebenden Facebook erhalten. Wegen Kokainbesitzes musste er die Firma schließlich verlassen. Der Verkauf seiner Anteile brachte ihm Milliarden ein.