Altpapiersäcke sollen künftig 5 Cent pro Stück kosten

  • Das Unternehmen braucht unter anderem neue Fahrzeuge – dazu könnten auch die Gebühren steigen. Und noch etwas ist neu: Altpapiersäcke sollen demnächst 5 Cent pro Stück kosten. Aha begründet die Pläne damit, dass die blauen Säcke vielfach für andere Zwecke genutzt würden.


    Hannover. Auf die Bürger in der Region kommen beim Müll möglicherweise Gebührenerhöhungen zu. Der Abfallwirtschaftsbetrieb plant, 2018 erstmals einen Kredit in Höhe von mehr als 21 Millionen Euro aufzunehmen. Das wolle Aha künftig häufiger machen, um Investitionen zu finanzieren, sagt Aha-Geschäftsführer Thomas Schwarz. Im kommenden Jahr sind unter anderem 9,3 Millionen Euro für neue Fahrzeuge und 1,2 Millionen Euro für die Erneuerung des maroden Büro- und Sozialgebäudes an der Karl-Wiechert-Allee vorgesehen. Nötige Erneuerungsarbeiten auf der Deponie in Lahe kosten rund 2,3 Millionen Euro. Eine „wesentliche Gebührenerhöhung“ werde es wegen der Kredite allerdings nicht geben.
    Darüber hinaus plant Aha eine weitere Neuerung: Die bisher kostenlosen blauen Säcke für die Altpapierabfuhr kosten künftig Geld. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Aha plant eine Gebühr von 5 Cent pro 30-Liter-Sack. Die Säcke sollen in Rollen mit 20 Stück zum Preis von einem Euro verkauft werden. Das bestätigte Unternehmenssprecherin Helene Herich am Dienstag.


    Säcke werden häufig zweckentfremdet
    Aha begründet die Pläne damit, dass die blauen Säcke vielfach für andere Zwecke genutzt würden. Nach Unternehmensangaben werden die Beutel häufig als Restabfallbehälter eingesetzt, zum Beispiel in Hotelzimmern, Tankstellen und Einzelhandelsgeschäften. Zudem würden die Beutel in vielen Privathaushalten in die Küchenabfallbehälter eingesetzt. Laut Aha wurden die Säcke auch schon als Abdeckfolie für Schuppendächer genutzt.


    Innerhalb weniger Jahre habe sich der Verbrauch in der Region von 20 auf 40 Millionen Altpapiersäcke pro Jahr fast verdoppelt, ohne dass mehr Altpapier eingesammelt wird. Die neue Gebühr würde demnach theoretisch Einnahmen in Höhe von rund zwei Millionen Euro bedeuten. Ungelegen dürfte das Thema Aha indes nicht kommen: Der Abfallbetrieb holt das Altpapier lieber in blauen Tonnen als in Säcken ab, weil das den Rücken der Mitarbeiter schont. In der Vergangenheit hatte sich Aha auch über den hohen Aufwand durch die Altpapiersäcke beklagt: Nach dem Abtransport müssen die Plastiksäcke von Hand aus dem Altpapierhaufen gepult werden. Folgerichtig empfiehlt Herich als Alternative zu den Säcken die Papiertonne, die kostenlos bei Aha bestellt werden kann. Das Altpapier kann auch auf die Wertstoffhöfe gebracht und im Umland auf den sogenannten Wertstoffinseln entsorgt werden.


    Bereits in der kommenden Woche wollen Aha und die Regionsverwaltung das Thema im Abfallwirtschaftsausschuss beraten lassen. Möglich ist, dass die neue Gebühr schon zum Januar in Kraft tritt. Sprecherin Herich wollte mit Verweis auf die noch bevorstehenden politischen Beratungen dazu gestern aber keine Angaben machen.


    http://www.haz.de/Hannover/Aus…-5-Cent-pro-Stueck-kosten

    Ich rieche so gut, weil ich zu 80% aus Orangenhaut bestehe!

  • Wenn aha die Kosten für zweckentfremdete Altpapiersäcke einsparen möchte, dann müssten sie mehr Werbung für die Altpapiertonne machen. Die kann sich jeder Hausbesitzer gebührenfrei aufstellen lassen. Allerdings ist besonders in dicht besiedelten Wohngebieten wenig Platz für zusätzliche Abfallbehälter und die Hauseigentümer scheuen Umbaukosten, die ggf. notwenig werden, um Platz zu schaffen für Altpapier-Abfalltonnen.


    Wenn die blauen Säcke nur noch gegen Gebühr abgegeben werden, dann werden vermehrt Kartons benutzt, um das Altpapier vor die Tür zu stellen. Das wird zu Problemen führen wenn es regnet und die Kartons durchweichen. Eine klare Linie von aha bezüglich Abholung von Altpapier in Kartons ist auch nicht erkennbar. Mal werden die mitgenommen, mal - aus erzieherischen Gründen - stehen gelassen. Das Thema wird in jedem Fall noch auf Jahre hinaus virulent bleiben. Von der Idee, die blauen Säcke jetzt nur noch gegen Gebühren abzugeben halte ich jedenfalls wenig.

  • Ich habe in einem Haus gewohnt, da lebten 10 Parteien drin, man kam direkt von der Haustür auf den Gehweg. Also kein Vorgarten. Rechts und links der Haustür war für Mülltonnen in der Hauswand eine Öffung mit Tür. Als ich dort einzog, gabe es zwei schwarze Mülltonnen für Hausmüll, die einmal in der Woche geleert wurden. Als dann die Biotonne Pflicht wurde, gab es nur noch 1 schwarze Mülltonne für Hausmüll, die dann mehrmals in der Woche geleert werden musste. Für eine weitere Tonne ist kein Platz. Und man kann auch nicht einfach eine weitere Öffnung in die Hauswand einbauen, weil das die Statik verändert. Da müsste erst die Statik neu berechnet werden und dann vielleicht ein Umbau gemacht werden. Durch diesen Einbau würde sich auch der Kellerraum des Mieters verringern, da von aussen ein Hohlraum in den Keller gebaut werden müsste. Ich denke, dass das auch nicht so ohne weiteres geht.


    Eine Möglichkeit wäre auch, große Container aufzustellen, wo man das Altpapier reintun kann. So wie ich für Flaschen einen Weg zurücklege, würde ich das dann auch für Altpapier machen.

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  • Altpapier
    Stadt: Aha soll Container nicht kostenlos aufstellen
    Ein Appell von Aha-Chef Thomas Schwarz an das Rathaus stößt auf wenig Gegenliebe: Die Stadt will nach wie vor nicht zulassen, dass der Abfallwirtschaftsbetrieb Altpapiercontainer kostenlos aufstellt.


    Hannover . Der Druck auf die Landeshauptstadt wächst. Nach Regionspolitikern mehrerer Parteien hat jetzt auch der Chef des Abfallwirtschaftsbetriebs Aha, Thomas Schwarz, die Stadt aufgefordert, das Aufstellen von Altpapiercontainern wieder zu erlauben. „Wir wollen es den Menschen in Hannover leicht machen“, betonte Schwarz gegenüber der HAZ. Die Container würden es den Menschen erleichtern, sich an der Abfallentsorgung zu beteiligen, meinte Schwarz.
    Bei der Altpapierentsorgung handele es sich um einen Teil der kommunalen Abfallentsorgung, deshalb gehe er auch von einem öffentlichen Interesse aus, erläuterte Schwarz. Nach Angaben von Schwarz geht es um insgesamt 230 Altpapierbehälter. Sein Unternehmen stelle sich darauf ein, dass die Standorte der Altpapiercontainer intensiv betreut werden müssten. Die Sammelplätze dürften nicht vermüllen und die Sauberkeit des Stadtbilds beeinträchtigen. Daher habe sein Unternehmen beantragt, dass die Stadt auf die Erhebung von Sondernutzungsgebühren verzichtet.
    Im Gegensatz zu Hannover sind die Umlandkommunen mit Altpapoiercontainern bestückt. Dort verzichten die Städte und Gemeinden jedoch auf die Gebühren.


    Die Stadt Hannover lässt sich davon aber nicht erweichen und bleibt bei ihrer harten Haltung. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Aha könne jederzeit auf den 270 sogenannten Wertstoffinseln in der Stadt Altpapiercontainer aufstellen, sagt Rathaussprecher Udo Möller. „Allerdings fallen nach unserer Sondernutzungsgebührenordnung Gebühren an“, ergänzt er.
    Die Höhe der Gebühr hängt in Hannover von der von den Containern in Anspruch genommenen Fläche und der Zone ab. Die Gebühr pro Quadratmeter und Monat liegt zwischen 5,80 Euro und 32,10 Euro.
    Die Diskussion ist aufgeflammt, weil Aha in den vergangenen Wochen die Regeln für die Entsorgung des gewinnbringenden Altpapiers verschärft hatte. Seit kurzem sind die Müllwerker angewiesen, keine mit Altpapier befüllten Kartons mehr mitzunehmen. Altpapier wird nur noch aus den Tonnen mit dem blauen Deckel entsorgt oder mitgenommen, wenn es in den blauen Säcken am Straßenrand liegt. Die Säcke sollen zum 1. Januar fünf Cent pro Stück kosten, seitdem häufen sich Klagen der HAZ-Leser, dass die blauen Säcke nur noch schwer zu bekommen sind.


    Vor rund zwei Jahren verlangte die Stadt von Aha, ein gemeinsam von Stadt und Region getragener Zweckverband, die Sondernuntzungsgebühr. Aha weigerte sich zu zahlen und musste daraufhin die Altpapiercontainer abtransportieren.
    Von Mathias Klein


    http://www.haz.de/Hannover/Aus…er-in-Hannover-aufstellen

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  • Eine Möglichkeit wäre auch, große Container aufzustellen, wo man das Altpapier reintun kann. So wie ich für Flaschen einen Weg zurücklege, würde ich das dann auch für Altpapier machen.

    Eine andere Möglichkeit ist, eine Unterbringung auf dem Bürgersteig in einer kleinen Umzäunung, sofern der Bürgersteig breit genug ist, bzw. auf dem Parkstreifen. Ich finde das ohnehin immer ziemlich daneben, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von AHA zwischen den parkenden Autos durchwuseln müssen.